Manche Allianzen werden gegründet, um Kriege zu führen. Andere, um in Ruhe Punkte zu sammeln. Und dann gibt es einige wenige, die entstehen, um zu bleiben. Der Phönix (DPX) gehört zweifellos zu dieser letzten Kategorie. Seit dem 09.11.2008 erhebt sich der Phönix immer wieder aus der Asche. Ruhig, unbeirrbar und erstaunlich widerstandsfähig gegen all das, woran andere zerbrechen: Spielermüdigkeit, interne Konflikte, Machtkämpfe oder schlicht die Zeit.


Gegründet auf Lambda, hat DPX nicht nur unzählige Konflikte überstanden, sondern auch die wohl härteste Prüfung, die Ikariam für eine Allianz bereithält: den Wandel des Spiels selbst. Zwei Servermerges liegen hinter dem Phönix. 2015 führte der Weg nach Delta, später weiter nach Minotaurus. Viele Allianzen verloren auf diesen Reisen ihre Identität, ihre Aktivität oder gleich ihre Existenz. DPX hingegen kam an, sammelte sich und blieb. Aktiv, verbunden, präsent. Dass eine Allianz nach mehreren Merges nicht nur weiterlebt, sondern weiterhin geschlossen auftritt, ist alles andere als selbstverständlich.


DPX war nie eine klassische Kampfallianz. Zumindest nicht im lauten, aggressiven Sinn. Kämpfe wurden geführt, aber nicht aus Geltungssucht oder Langeweile, sondern aus Notwendigkeit. Die Philosophie war dabei stets klar: Wenn wir kämpfen, dann richtig. Und wenn nicht, dann lassen wir es. Diese Haltung mag in einem Spiel, das oft von Aktionismus und Eskalation lebt, ungewöhnlich wirken. Sie ist jedoch ein wesentlicher Grund dafür, warum der Phönix bis heute existiert.


Mit aktuell 42 Mitgliedern und einer Platzierung unter den Top-Allianzen auf Minotaurus zeigt DPX, dass nachhaltiger Erfolg nicht zwingend laut und offensiv sein muss. Neue Spieler wurden hier nie verheizt, alte Hasen nicht aussortiert. Stattdessen entstand über die Jahre eine Gemeinschaft, die Generationen und Typen von Ikariam-Spielern verbindet – vom Studenten bis zum Großelternteil, vom Häuslebauer bis zum Strategen.


Was DPX wirklich prägt, ist weniger die Spielweise als der Umgang miteinander. Intern wird diskutiert. Manchmal leidenschaftlich, manchmal ausführlich, aber immer respektvoll. Meinungsverschieden-heiten gehören dazu, werden nicht unterdrückt, sondern ausgehalten. Entscheidungen entstehen nicht durch Machtworte, sondern durch Austausch. Das dauert länger, funktioniert dafür aber auch dann noch, wenn andere Allianzen längst implodiert sind.


Seit jeher steht DPX außerdem für Verlässlichkeit. Freunde und Verbündete wissen: Wenn der Phönix seine Zusage gibt, gilt sie. Ohne Hintertüren, ohne Relativierungen. Loyalität ist hier kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis. Es wird nicht jeder Krieg gekämpft, aber wenn der Phönix an jemandes Seite steht, dann zu hundert Prozent. Diese Haltung hat DPX über Jahre Respekt eingebracht, auch bei jenen, die spielerisch ganz andere Wege gehen.


Dass diese Allianz weit mehr ist als eine Zweckgemeinschaft, zeigt sich immer wieder auch außerhalb des Spiels. Sinnbildlich war die aktuelle Weihnachtszeit: Ein Mitglied der DPX, leidenschaftliche Bäckerin, verschickte selbstgebackene Plätzchen an andere Allianzmitglieder, die gerne welche haben wollten. Keine große Ankündigung, kein Pathos. Einfach eine Geste. In einem Online-Spiel ist das alles andere als selbstverständlich, bei DPX jedoch erstaunlich passend.


Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des Phönix. Er lebt nicht vom permanenten Aufstieg, sondern von Beständigkeit. Nicht vom lauten Ruhm, sondern von leiser Loyalität. DPX ist keine Allianz für Spieler, die den schnellen Kick suchen. Aber eine für jene, die bleiben wollen. Für Menschen, die Ikariam nicht nur spielen, sondern teilen. Und die wissen, dass man aus Asche nicht allein aufersteht.


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Lazeratus, aus deiner Sicht als Anführer der -DPX-: Wofür steht die Allianz aus deiner Sicht mehr als für alles andere?

DPX steht für ein ruhiges, respektvolles Miteinander. Wir wissen, dass wir nicht perfekt sind und nicht alles richtig machen, aber wir gehen fair miteinander um. Wir sind auch keine Kampfallianz, haben uns aber immer dann gewehrt, wenn es nötig war. Unser größtes Alleinstellungsmerkmal ist vielleicht, dass wir auch verlieren können, ohne den Respekt voreinander oder den Spaß amSpiel zu verlieren. Darauf bin ich stolz.”


Was hat euch immer wieder motiviert, weiterzumachen, auch nach Rückschlägen oder Merges?

In all den Jahren ist aus der Allianz so etwas wie eine Ikariam-Familie geworden. Diese Verbindung ist stark und hat uns durch Kriege, Rückschläge und auch durch Servermerges getragen. Jeder Abschied tut weh und manche fehlen bis heute sehr. Aber genau dieses Gefühl, nicht einfach nur eine Zweckgemeinschaft zu sein, hat uns immer wieder zusammengehalten und motiviert weiterzumachen.”


Was glaubst du, wohin sich DPX in nächster Zeit entwickelt?

Wir werden ruhiger, älter und das ist auch in Ordnung so. Für viele von uns geht es heute weniger um Action, sondern eher darum, hier abschalten zu können. Einfach ein bisschen bauen, klicken, reden und gemeinsam Zeit verbringen. Wenn die -DPX- das weiterhin bieten kann, dann ist die Allianz für mich auf einem guten Weg.”