Mehr als 111.000.000 Generalspunkte verteilten sich noch im Dezember 2024 auf lediglich 40 Accounts auf Plutos, Minotaurus, Medusa und Theseus. Während viele Allianzen solche Bunker als flexible und schnelle Möglichkeit zum Auf- und Abrüsten schätzten, waren die Schattenseiten nicht zu übersehen. Viele kleinere Allianzen und Einzelspieler betrachteten die schieren Mengen an eingelagerten GP schlicht als uneinholbar und oft als unfairen Vorteil. Gleichzeitig berichteten auch Bunker-Nutzer von negativen Auswirkungen wie mangelnder Kampfbereitschaft potenzieller Gegner und immer größer werdenden aktiven Armeen und Flotten. Um herauszufinden, ob die von GF eingeführte Lösung dem tatsächlich entgegenwirkt, startete der HOPLIT im Februar 2026 eine Umfrage.

Status Quo
Um die Effekte des Updates einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Ausgangssituation. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass trotz häufiger und intensiver Kritik 51,2 Prozent aller Teilnehmer vor dem Update selbst Bunker nutzten – darunter auch Händler und Baumeister. Gleichzeitig nahmen über 62 Prozent Bunker als Problem wahr. Hier zeigt sich: Auch wenn die Mehrheit der Spieler Bunker kritisch sah, wurden sie dennoch vom größten Teil der Community aktiv genutzt.
Aller guten Dinge sind … halbgar?
Im Vorfeld des Updates stellte die Community hohe Erwartungen an eine mögliche Lösung. Vielfach wurde der Wunsch nach einer Sperrfrist für den Schwarzmarkt nach dem Urlaubsmodus geäußert, um Bunker aufgrund des hohen Goldverlustes während dieser Periode effektiv unbrauchbar zu machen. Ein Vierteljahr nach dem Update fällt das Urteil gespalten aus. 54 Prozent sehen eine Verbesserung der Bunkersituation, aber gleichzeitig ist „Verschärfung" mit 44 Nennungen der häufigste Einzelwunsch. Das ist eine klare Aussage: Das Update hat etwas bewegt, aber nicht genug. Weitere 27 Spieler gehen noch weiter und sehen die Sperrfrist als aktiven Schaden für das Spiel.
Beim Spielspaß dominiert Stillstand: 61 Prozent melden keine Veränderung, je rund 20 Prozent eine Verbesserung oder Verschlechterung. Auch bei Abuse-Wahrnehmung bewegt sich die Mehrheit im Status quo; 44 Spieler sehen Verringerung, nur 10 eine Verstärkung. Auf den ersten Blick ein solides Ergebnis.

Gekommen um zu bleiben
Die Sperrfrist hat Bunker nicht abgeschafft, sondern verändert. Abseits der gemischten Gesamtbeurteilung nimmt die Community dahingehend merkbare Effekte wahr. 41 Prozent der Befragten beschreiben sie als geschwächt, aber weiterhin aktiv. Nur je 13 Spieler glauben, dass Bunker kaum noch eine Rolle spielen oder en durch andere Mechaniken ersetzt wurden. Der sichtbarste Effekt ist ein anderer: Die Zahl der aktiven Bunker-Nutzer halbierte sich nach dem Update auf 24 Prozent. Weniger Spieler bunkern also. Aber diejenigen, die es wirklich wollen, tun es weiterhin. Das Update hat demnach das Verhalten einiger Spieler verändert, nicht aber das Prinzip des Bunkers.
Differenz der Spielstile
Die Gesamtzahlen verdecken eine Bruchlinie, die sich durch fast alle Ergebnisse zieht. Wer vor dem Update selbst Bunker genutzt hat, bewertet die Sperrfrist deutlich kritischer; mehr Spielspaßverlust, mehr wahrgenommener Abuse, mehr Frustration mit der Regelung. Wer nie Bunker hatte, bemerkt kaum etwas: 35,6 Prozent der Nicht-Nutzer geben an, die Wirkung der Sperrfrist gar nicht einschätzen zu können.

Am deutlichsten zeigen sich Differenzen bei der Veränderung von Spielspaß: 29 Prozent der ehemaligen Bunkernutzer berichten von Spielspaßverlust, bei Nicht-Nutzern sind es nur 6,8 Prozent. Noch extremer wird das Bild bei den Kriegern. 79 Prozent von ihnen nutzten vor dem Update Bunker, bei Händlern und Baumeistern sind es nur 25,6 Prozent. Entsprechend hart trifft die Regelung die Krieger: 47 Prozent von ihnen berichten von vermindertem Spielspaß, gegenüber 13 Prozent beim Rest der Teilnehmer. Gleichzeitig nehmen 37 Prozent der Krieger mehr Abuse durch andere Taktiken wie Bot-Nutzung wahr. Unter den übrigen Spielern sind es lediglich 10 Prozent. Die Umfrage zeigt: Die Perspektiven sind völlig verschieden – und Krieger trifft die Schwarzmarkt-Sperrfrist besonders hart.
Und der Gewinner ist…
… die gut organisierte Allianz. Darin sind sich 44 Prozent der befragten Spieler einig. Fast ein Fünftel der Befragten gibt außerdem an, dass unfaire Spieler am meisten profitieren, beispielsweise indem sie mit mehreren Accounts gleichzeitig kämpfen, während andere nun keinen schnellen Zugriff auf Nachschub mehr haben. Es zeigt sich also, dass einerseits Allianzen in ihrem Zweck gestärkt werden, andererseits aber auch diejenigen Vorteile davontragen, die es mit den Spielregeln nicht so genau nehmen.
Gesamturteil
Das Urteil der Community ist eindeutig. Die Mehrheit sieht Verbesserung, aber kaum jemand ist wirklich zufrieden. 40 Prozent sagen „gute Idee, reicht nicht aus". Ein Viertel sieht echte Verbesserung. Knapp 35 Prozent halten die Sperrfrist für wirkungslos oder schädlich. Ein klarer Erfolg lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten.
Was die Umfrage dagegen vor allem zeigt: Das Update trifft nicht alle gleich. Krieger und aktive Bunker-Nutzer zahlen einen spürbaren Preis: Spielspaßverlust. Wer nie gebunkert hat, merkt davon wenig. Und wer von der Regelung am meisten profitiert, sind ohnehin gut organisierte Allianzen, also diejenigen, die am wenigsten Hilfe brauchten. Gameforge hat auf Spielerwunsch gehandelt. Doch ob der Hammer den richtigen Nagel getroffen hat, darf bezweifelt werden.

