Basierend auf Expertise von:
- Sick (330+ Mio Gesamtpunkte)
- Boros (94+ Mio Gesamtpunkte)
- Pyth Bushi (85+ Mio Gesamtpunkte)
- Tendo (71+ Mio Gesamtpunkte)
Viele Wege führen nach Rom – oder eben zu einer neuen, zeit- und ressourceneffizienten Kolonie in Ikariam. Soll heißen: Die eine richtige Strategie, die alle anderen übertrumpft, gibt es nicht. Denn für die Auswahl des Vorgehens spielen in jedem Fall unterschiedliche Kriterien eine Rolle, beispielsweise die Accountgröße und der Spielstil. Eins ist jedoch klar: Einfach wild drauf losbauen führt in der Regel nicht zu schnellem Wachstum. Wie also könnte eine sinnvolle Planung aussehen?
Aufbaustrategie 1: Sick
Mit mittlerweile mehr als 330 Millionen Gesamtpunkten darf Sick mit Stolz von sich behaupten, den größten Account der deutschen Community zu besitzen. Zu diesem Erfolg führte ihn der Fokus auf effiziente Bauzeiten anstatt maximaler Ressourcenersparnis. In anderen Worten: Jederzeit ein Gebäude im Bau haben. Zu Beginn ist es dabei sinnvoll schrittweise vorzugehen und kleinere Gebäudestufen bis zu Ressourcenkosten von 50.000 immer wieder zwischendurch einzustreuen, während Zimmerei und Architekt schnellstmöglich gen Stufe 45 gehen. Sobald diese Etappe erreicht ist, folgen der Handelshafen auf Stufe 29, das Versteck auf Stufe 30 und die Stadtmauer auf Stufe 24. So ist gewährleistet, dass die neue Stadt nicht länger als nötig einen Schwachpunkt darstellt, der Gegner anlocken könnte. Anschließend folgen Optiker, Feuerwerksplatz und Kelterei auf Stufe 20, um die Kosten für die restlichen Luxusrohstoffe zu senken und einen verhältnismäßig ressourcen-effizienten Ausbau des Statthaltersitzes bis Stufe sieben oder acht zu gewährleisten. Auf diese Weise können bereits einige Bürger einziehen und passives Goldeinkommen generieren. Nach dem Statthaltersitz lohnt es sich, zunächst Architekt und Zimmerei maximal auszubauen. Wer dabei möglichst viel Baumaterial und Marmor sparen möchte, findet einen Guide zur Baureihenfolge im Ika-Forum*. Übrigens: Für Sicks Strategie reichen ihm drei Lagerhäuser aus, Halden sind keine nötig. Um Ressourcen schneller von A nach B zu bewegen und die Lager zu füllen, verfügt jedoch jede seiner Städte über ein Seekartenarchiv. Ebenfalls dazu gehört eine Kosten-Nutzen-Abwägung: Bei hohen Gebäudestufen wie Palast Stufe 18 zuzüglich 17-mal Statthalter Stufe 17 (3,8 Milliarden Ressourcen) lohnt sich der Ausbau aus Sicht von Ressourceneffizienz selten, es sei denn für spezielle Spielziele wie maximale Städteanzahl.
Aufbaustrategie 2: Boros
Für Boros liegt der Fokus auf einer pragmatischen Herangehensweise, die sich für Casual-Spieler eignet. Um eine möglichst entspannte Spielweise beizubehalten, nimmt die Strategie geringere Effizienz in Kauf. Zunächst wird ein Grundgerüst geschaffen, indem alle benötigten Gebäude auf Stufe eins errichtet werden. Als essentiell gelten dabei Statthaltersitz, Taverne, Museum, Versteck, Produktionsförderer, fünf Lagerhäuser sowie alle Reduzierer. Insgesamt bleiben so noch drei Bauplätze frei für Gebäude, die nicht überall zwingend benötigt werden. Sobald das Grundgerüst steht, folgen konsequent alle Reduzierer, wobei Zimmerei und Architekt zuerst gebaut werden, um alle anderen Gebäude möglichst sparsam bauen zu können. Darauf folgen der Statthaltersitz sowie die Lagerhäuser, soweit sie für den Bau des Statthalters benötigt werden. Die restlichen Gebäude folgen sobald die Stadt korruptionsfrei ist. Bis dahin dient die neue Kolonie lediglich dem Goldeinkommen, da dieses nicht durch Korruption beeinflusst wird. Da Boros’ Strategie die Gründung neuer Städte in unmittelbarer Nähe des restlichen Imperiums vorsieht, lohnen sich Seekartenarchive nur in Städten, die über einen Kontor verfügen und dem Handel dienen.
Strategie 3: Pyth Bushi
Hier lautet das Ziel: Den Statthaltersitz so schnell wie möglich auf die benötigte Stufe bringen, um die Korruption zu bekämpfen. Trotzdem erfolgt der Stadtausbau relativ ausgewogen. Den Start machen fünf Lagerhäuser für ausreichend Ressourcenkapazität und ein paar Stufen der Zimmerei, um von Beginn an etwas effizienter zu bauen. Darauf folgt das Versteck auf Stufe fünf und im Anschluss die erste Ausbaustufe des Statthaltersitzes. Dann steigt das Achitekturbüro mit ein und wird zusammen mit der Zimmerei abwechselnd ausgebaut. Optiker, Winzerei und Feuerwerksplatz werden zwischendurch mit eingestreut, bleiben aber zunächst immer einige Stufen niedriger als Zimmerei und Architekt. Sobald letztere voll ausgebaut sind (die anderen drei Reduzierer folgen später bei Bedarf), kommen weitere Stufen des Statthaltersitzes sowie Taverne und Museum hinzu, um ein erstes Bevölkerungswachstum und damit Goldeinnahmen zu erzielen. Hat die Bevölkerungszahl ihr Maximum erreicht, folgt je eine weitere Stufe des Rathauses. Parallel dazu wird ein Tempel hochgezogen, um das Wunder der Insel jederzeit bei 100 Prozent einsatzbereit zu halten. Auch das Versteck wird analog zum Rathaus ausgebaut, um Spionagesicherheit zu gewährleisten. Restliche Gebäude wie Handelshafen, Kriegswerft, Mauer und Weitere werden nebenbei nach und nach gebaut, allerdings mit untergeordneter Priorität. Hier folgt der wirkliche Ausbau, wenn der des Statthaltersitzes erledigt ist.
Wichtig zu wissen: Pyth gründet neue Städte fernab, wo es genügend inaktive Spieler mit vollen Lagern gibt. Aus der Heimat erhält die neugegründete Kolonie lediglich einmal eine Nachlieferung von 5000 Baumaterial und 400 Kristallglas, um ein Versteck auf Stufe fünf bauen zu können. Den Rest finanziert das Diebesgut. Sobald die Lagerkapazität nicht mehr mit den Plünderungen schritthalten kann und der Ausbau von Lagerhäusern und Halden zu lange dauert, kommt im Bedarfsfall auch mal ein Dampfstapler aus dem Inventar zum Einsatz. Halden gibt es in jeder Stadt, ebenso wie fünf Lagerhäuser, um Gewinne aus der Piraterie zu maximieren. Da letztlich alle Städte dicht beieinander liegen, erhält nur eine einzige Stadt ein Seekartenarchiv, um von dort aus längere Reisen anzutreten – gleiches gilt für einen Kontor, der sich in der gleichen Statt befindet.
Ressourcenbeschaffung: Tendo
Allgemein herrscht der Konsens: Plündern beschafft Ressourcen am effektivsten. Während manche Spieler wie Sick und Pyth ihre neuen Städte direkt an der Plünderquelle gründen und später gegebenenfalls durch Ambrosiaeinsatz an ihren finalen Platz umsetzen, gestaltet sich Plündern für Free-To-Play-Spieler in der Regel etwas komplexer. Um dennoch das Maximum an Effizienz rauszuholen, eignet sich eine Strategie von Tendo, die auf maximale Geschwindigkeit und Kapazität fußt:
Für diese Vorgehensweise wird eine Stadt (sogenannte Raid) benötigt, die temporär dort gegründet wird, wo es viel zu plündern gibt. Von dort aus wird die Plünderware dahin verschickt, wo sie benötigt wird. Oberstes Gebot bei dieser Strategie: Die Raid schneller leeren, als sie gefüllt werden kann. Dafür ist zunächst die Geschwindigkeit bei ihrem Aufbau entscheidend. Folgende Gebäude werden benötigt:
- Drei Halden auf Stufe sieben bis zehn
- Fünf Lagerhäuser auf Stufe zwei bis zehn
- Zwei Handelshäfen auf Stufe 14 bei Einsatz des Hermes-Wunders oder auf Stufe 23 ohne Hermes
- Rathaus auf Stufe acht, zwölf oder 16, je nach Bedarf an Aktionspunkten
- Optional: Seekartenarchiv (je nach Entfernung)
- Optional: Tempel (je nach Wunder)
Dieses Setup ermöglicht es, jeden Abend Frachter mit Plünderwaren gen Heimat zu senden. Dabei gilt natürlich: je mehr Frachter, desto effektiver. Die Verladezeit in den Handelshäfen beträgt so bei Tendo circa acht Stunden, also optimal für Beladung über Nacht. Natürlich ist der Bau von Halden teurer als der von Lagerhäusern – dafür ist das Verhältnis von Bauzeit zu Lagerkapazität deutlich besser.
Optional besteht die Möglichkeit, die Raid zu einer dauerhaften Kolonie auszubauen. In diesem Fall bleibt der Start der Gleiche. Anschließend wird ein Statthaltersitz auf Stufe fünf sowie ein Museum auf Stufe zehn errichtet, was ungefähr drei Tage und 500.000 Ressourcen benötigt. Dank des ausgebauten Rathauses produziert die Stadt nun bereits etwas Gold. Wichtig: Im Schrein Plutos auswählen, um den Bonus von mindestens 34 Prozent (bei Stufe 41) mitzunehmen. Danach läuft es klassisch weiter: Zuerst Zimmerei und Architekt auf Stufe 50, dann die restlichen Reduzierer, Statthalter und andere benötigte Gebäude. Um möglichst effizient zu arbeiten, sollte in der Stadt zu jeder Zeit ein Gebäude im Ausbau sein.
Handel und Hades
Wer zusätzlich zum Plündern lukrative Einnahmequellen sucht, kann entweder auf ein effektives Handelsnetzwerk via Kontor zurückgreifen oder sich die Funktion des Hades-Wunders zunutze machen. Dabei werden Einheiten zerstört, um einen Ressourcengewinn von 60 Prozent zu verzeichnen**.
Ambrosiaeinsatz
Glücklicherweise ist Ikariam bis heute auch völlig ohne den Einsatz von Echtgeld spielbar – wer in Ambrosia investiert, kommt jedoch deutlich schneller und bequemer voran. Schon ein kleiner Einkauf kann durchaus viel bewirken: Wer in einer der häufigen 80-Prozent Happy Hours 25 Euro ausgibt, erhält mindestens 720 Ambrosia. Das entspricht beispielswiese ganzen 72 Premiumhändlern (bei einem Angebotspreis von 10 Ambrosia). Jeden Monat könnte so ein ganzes Jahr lang sechsmal eine große Menge Ressourcen nach Bedarf umgewandelt und der Baufortschritt enorm beschleunigt werden.
Weiterführende Links:
Der Kater, Most efficient building list: Architect and Workshop, https://forum.ikariam.gameforge.com/forum/thread/86625-most-efficient-building-list-architect-and-workshop/
Flummi, Is Hades worth it?, https://forum.ikariam.gameforge.com/forum/thread/93551-is-hades-worth-it-a-guide/
